"Bringt mir eine Axt, die Männer schlachtet!"
(Klytaimnestra frei nach Aischylos, Orestie, ca. 450 v.Chr.)
Ein Lektürekurs
Der Lektürekurs ist ein Kurs für Volkshochschulen, Akademien und Erwachsenenbildung. Anhand prägender Theatertexte verschiedener Epochen untersuchen wir, wie Gesellschaften Gewalt legitimieren, welche Werte dabei behauptet, missbraucht oder zerstört werden und wie sich das Verhältnis von Moral, Begehren und Gewalt historisch verändert.
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Worum es geht
Der Kurs behandelt den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt und die zivilisatorische Suche nach einem Ausstieg aus diesen Affekten. Er folgt den Versuchen aus der Antike und der deutschen Klassik, durch Rechtsprechung oder durch Bezug auf übergeordnete Werte eine höhere Ordnung einzuziehen – und verfolgt diese Linie bis zu ihrem Zerfall in der Doppelmoral des Bürgertums und in der Moderne.
Leitfragen
___ Wie werden Werte zur Legitimation von Gewalt und Machtmissbrauch?
___ Wie lässt sich der Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen?
___ Was erzählen Theatertexte verschiedener Epochen über Gegenwart und Zusammenleben?
___ Was macht Demokratien verletzlich?
___ Was innerhalb von Menschen gefährdet unser Zusammenleben?
Texte und Perspektiven
Der Kurs folgt Dramen aus dem klassischen Kanon und kontrastiert sie mit zeitgenössischen Stücken aus schwarzen, weiblichen und gegenwärtigen Perspektiven. So wird sichtbar, wie sich Fragen von Gewalt, Macht, Verantwortung und Zugehörigkeit über die Jahrhunderte verschieben - und wiederkehren.